Die Geschichte des Vereins

An einem Mittwoch-Abend im November 1988 trafen sich 6 Spieler der Landesligamannschaft der Basketballabteilung DJK Teutonia St. Tönis in der Wohnung von Center Hartmut Oehmen, um dort gemeinsam ein Europa-Cup Spiel von Bayern München im Fernsehen anzuschauen.
Das Spiel war nicht sonderlich aufregend und so diskutierte man immer mehr die Probleme, die man in und mit dem Verein DJK Teutonia hatte. Irgendwann kam dann der Vorschlag: Lasst uns doch einen eigenen Verein gründen.
Die Idee gefiel allen Anwesenden spontan und man fing an herumzuspinnen, was man anders machen würde und dass auf jeden Fall der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Aber wie sollte der neue Club heissen?
Wie gesagt, es war 1988 und es gab in Deutschland noch keine modernen Vereinsnamen, wie sie heute jeder kennt. DJK Teutonia, BBC oder BC bzw. BG plus Städtenamen waren an der Tagesordnung.
St. Tönis Dolphins schien sich als Favorit abzuzeichnen, doch plötzlich sagte jemand ganz nebenbei: Nennt Euch doch "Pink Panther".
Das war`s. Der rosarote Panther war Ende der 80er mega-hip und die Musik kannte einfach jeder. Ein Maskottchen mußte man nicht erst suchen und Kinder, die mit dem Sport anfangen wollten, würden den Namen lieben.
Noch am selben Abend arbeitete man eine Vereinssatzung aus und verteilten die Vorstandsämter. Jeder, der da war erhielt einen Job, denn in Deutschland braucht man nun mal sieben Personen, um einen Verein zu gründen.

Norbert und Berni Vermeulen hatten schon beim alten Verein Vorstandsarbeit geleistet, also bekamen sie die wichtigsten Jobs: Geschäftsführer und Kassenwart.
Alex Kühn war der beste Spieler. Sportwart war daher die logische Konsequenz. Der Jüngste konnte nur Jugendwart werden und das war nun mal Arnt Wallerstein. Dass wir keine Jugend hatten interessierte damals nicht wirklich.
Blieben die Posten des 1. und 2. Vorsitzenden für Kemal Özokyay und Hartmut Oehmen. Hartmut war mit 2,04 Metern der Größte und schließlich saßen wir ja in seinem Wohnzimmer, der Posten des 1. Vorsitzenden konnte nur ihm gebühren.
Es war vollbracht. Die Pink Panthers St. Tönis 1988 e.V. waren geboren.

Natürlich spielten wir die Saison für DJK Teutonia zu Ende und voller Elan stürzten wir uns in die Vorbereitungen zu unserer ersten Saison. Doch die Stadt Tönisvorst wollte keine zwei Basketballclubs und der Traditionsverein DJK Teutonia übte großen Druck auf die Politiker aus.
Nichts destotrotz wurden wir als eingetragener Verein anerkannt und man mußte uns zähneknirschend eine Hallenzeit für unsere Heimspiele zur Verfügung stellen. Als Trainingshalle gab man uns für die Sommermonate eine mega-kleine Gymnastikhalle, mit mehrfach angebrochenen Zielbrettern und Körben, die jederzeit herunterzufallen drohten.
Doch ab Oktober, pünktlich zu Saisonbeginn, mußten wir auch dort verschwinden. Gespielt haben wir trotzdem - und wie !!!
Unsere Debut-Saison schlossen wir als Tabellenführer ohne Niederlage und mit einem Punkteschnitt von 105:40 Zählern ab.
Topscorer war Hartmut Oehmen gefolgt von Stefan Kleinheyer und Alexander Kühn.


Der Kader der Saison 1989/1990:
Hartmut Oehmen, Stefan Kleinheyer, Alex Kühn, Guido Hueser, Jürgen Kossing, Andre Kostka, Bernd Vermeulen, Arnd Wallerstein, Norbert Vermeulen, Andreas Bielke, Andreas Holstein, Ulli Baum, Dirk Schlüter, Guido Bründt, Tim Frass, Reinhard Ferrari
 

In der zweiten Saison gab es dann auch eine zweite Mannschaft, so daß man in Bezirks- und Kreisliga vertreten war.
Der Freunde-Verein stand vor einer ersten schweren Probe, denn nun wurde er zum normalen Sportverein. Zwar trainierten erste und zweite Mannschaft aufgrund nur einer Trainingszeit immer noch zusammen, aber das Leistungsgefälle unter den Akteuren wurde immer deutlicher.
Einige der neuen Spieler konnten sich völlig integrieren, andere blieben mehr oder weniger Aussenseiter. Doch der Spaß war ungebrochen.
Man fuhr zusammen nach Spanien, Holland und zu diversen Turnieren in ganz Deutschland.
Am letzten Spieltag verlor man das Spiel gegen den Aufstiegskonkurrent DJK Willich denkbar knapp, so daß man als Tabellenzweiter in der Bezirksliga bleiben mußte. Topscorer des Teams waren wie im Vorjahr erneut Hartmut Oehmen und Stefan Kleinheyer.

  Die 2. Mannschaft stieg ebenfalls in die Bezirksliga auf, so daß man dort im kommenden Jahr mit zwei Teams starten konnte. Ein Erfolg, der die Basketballer in der Region aufhorchen ließ.
Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1990/1991:
Hartmut Oehmen, Stefan Kleinheyer, Alex Kühn, Guido Hueser, Ramin Zadeh, Jürgen Kossing, Andre Kostka, Bernd Vermeulen, Arnd Wallerstein, Norbert Vermeulen, Christian Podlaha, Hans Nöldeke, Reinhard Ferrari

Der Kader der 2. Mannschaft in der Saison 1990/1991:
Andreas Bielke, Andreas Holstein, Ulli Baum, Dirk Schlüter, Tim Frass, Wolfram Braun, Karl-Gerhard Deussen, Jan Dors, Christoph Duis, Heiko Lanio, Kemal Özokyay, Wolfgang Prinz.

Die Saison 1991/1992 muss wohl als einer der wichtigsten Punkte der Vereinsgeschichte gewertet werden, denn zwei Jahre nach Vereinsgründung hatten es die Panther geschafft, daß die Mitglieder der Basketballabteilung der DJK Teutonia komplett zu den Panthers wechselten.
Über Nacht war man ein "richtiger" Verein mit über 100 Mitgliedern, drei Herren- und einer Damenmannschaft, sowie diversen Jugendteams geworden.
Diese Mannschaften brauchten natürlich Trainer und so mußten die "alten Hasen" noch mehr Verantwortung übernehmen.

Die 1. Mannschaft rückte aufgrund dieser komplexen Aufgaben etwas in den Hintergrund und so ist es wohl auch zu erklären, daß man als Tabellenzweiter hinter Kempen den Aufstieg in die Landesliga erneut knapp verpasste.

Von den Gründungsmitgliedern spielte in dieser Saison nur noch Hartmut Oehmen in der 1. Herren und sicherte sich dort auch zum dritten Mal hintereinader den Titel des Topscorers.

Off-the-court waren die Ur-Panther aber nach wie vor unzertrennlich, wie u.a. ein spontaner Kurztrip nach Paris und unzählige gemeinsame Abende in der Gaststätte Old Inn bewiesen.

Zum ersten Mal tauchte auch ein schmächtiges, blondes Jüngchen in der Halle auf, der als einziger Nachwuchsspieler über Jahre hinweg seinen Weg bei den Panthers machen sollte: Matthias Golomb.

Nachdem man zwei Mal am Aufstieg in die Landesliga knapp gescheitert war, war das Ziel für die Saison 92/93 klar. Im dritten Anlauf mußte es klappen.
Also traf man im Vorstand die Entscheidung, daß die besten Spieler auch in der 1. Mannschaft spielen mußten und nicht dort, wo Ihre Kumpel o.ä. spielten.
Zusätzlich zu dieser Kräftebündelung der alten Haudegen holte man die erst 16jährigen Jugendspieler Markus Rehbein und Matthias Golomb in die 1. Herren, damit das Team frisches Blut bekam.

Im neuen Outfit und den Farben der LA Lakers eilte man von Sieg zu Sieg. Trainer war wie immer Alexander Kühn und Topscorer wie in den Jahren zuvor Hartmut Oehmen. Auf dem zweiten und dritten Platz der Scorerliste gab es allerdings neue Namen.
Die Talente Markus Rehbein und Olaf Kleinheyer wurden gleich in ihrer ersten Senioren-Saison zu wichtigen Stützen des Teams.
Mit nur drei Niederlagen, (alle auswärts) schaffte man endlich den Aufstieg in die Landesliga.

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1992/1993:
Hartmut Oehmen, Markus Rehbein, Olaf Kleinheyer, Alex Kühn, Matthias Golomb, Ramin Zadeh, Jürgen Kossing, Andre Kostka, Bernd Vermeulen, Norbert Vermeulen, Andreas Böcker, Christian Krins

Zu erwähnen ist auch noch die Tatsache, daß die Damenmannschaft des Vereins unter Trainer Christian Krins den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte.
Aber hier lag auch mit der Ursprung für die bisher größte Krise, die die Panther zu bestehen hatten, denn der aus Willich gekommene Christian Krins erwies sich nicht nur als guter Aufbauspieler, sondern als menschlich fauler Apfel innerhalb des Vereins.
Die "Alleinherrschaft" des 1. Vorsitzenden sollte beendet werden und es bildete sich eine heimliche Opposition, die sich erst am Tag der Vorstandswahl präsentierte.
Weg vom Leistungsgedanken - zurück zum Freundeverein war deren Parole.
Andreas Holstein hatte man als "neutrales" Mitglied für den Job des neuen 1. Vorsitzenden vorgesehen und es ist wohl zu einem Großteil den Reden der Gründungsmitglieder Kemal Özokyay und Alex Kühn, sowie dem mutigen Rückzieher von Andreas Holstein (Minuten vor der Wahl) zu verdanken,
dass der kurzfristig aus dem Hut gezauberte, neue Gegenkanditat Guido Hueser in einer Kampfabstimmung gegen Hartmut Oehmen verlor.
Alles war wieder gut, doch nichts war mehr so wie früher.
Die Stimmung innerhalb des Vereins war gespalten und es gab von nun an zwei Lager.
Der "Boss" ließ sich das aber nicht lange anmerken. Der Weg ging weiter und die Richtung war klar. Nach vorn und nach oben.


  Mit Podlaha und Nöldeke hatte Hartmut Oehmen in der Vergangenheit ja bereits Stammspieler geholt, die niemand zuvor kannte und mit Rehbein und Golomb konnten auch zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchs erfolgreich in die 1. Mannschaft integriert werden, doch nun präsentierte er einen echten Hammer:
Im SchwanenMarkt hatte er auf gut Glück einen farbigen Amerikaner angesprochen, ob er denn Basketball spielen würde und als der dann "Ja" sagte, nahm man ihn gleich mit in die Halle.
Da stand er nun in schwarzer Lederhose, langem Ledermantel, schweren Stiefeln und goldenem Ohrring. Sein Name war: Roberto Lee Cook und der so eingeführte sagte guten Tag per beidhändigem Dunking aus dem Stand in voller Ledermontur.
Die Panthers hatten ihren ersten amerikanischen Star.
Zusätzlich sicherte man sich die Dienste von Mouldi Bejaoui auf der Trainerposition, so dass sich Alex zum ersten Mal ganz auf sein Spiel konzentrieren konnte.

Höhepunkt dieser Saison waren mit Sicherheit die Spiele gegen Kempen. Beim Hinspiel riss Roberto beim Aufwärmen den Korb ab und wir montierten in fremder Halle innerhalb von 15 Minuten einen Seitenkorb aufs Hauptfeld, so dass wir doch noch spielen konnten.
Mit 25:2 lagen wir nach wenigen Minuten zurück und Trainer Mouldi bekam einen cholerischen Anfall, weil er bei seinem Ex-Verein so nicht vorgeführt werden wollte. Daraufhin nahm Hartmut als Spieler eine Auszeit und entließ als Vorsitzender kurzerhand seinen Freund Mouldi als Trainer, um dem Team gleichzeitig einige deutliche Worte zu sagen.
Man ging zurück aufs Feld glich zum 25:25 aus und gewann mit 10 Punkten Unterschied.
Die, die es erlebt haben erzählen noch heute davon. Mouldi (einer der besten Jugendtrainer, die der Kreis je gehabt hat) und Hartmut sind immer noch gute Freunde, denn beide konnten on und off the court immer trennen.

Im Rückspiel hatte Kempen Rache geschworen und die Panthers lagen 56 Sekunden vor Spielende bei Ballbesitz Kempen mit 8 Punkten zurück. Haarstreubende Fehler von Kempen und unglaubliche Treffer von St. Tönis sollten nun folgen. Unvergessen Ramin Zadehs Buzzer Beater von der Dreier-Linie, der in die Verlängerung führte, die die Panthers dann locker gewannen.
Am Ende der Saison 93/94 sprang für den Aufsteiger letztendlich der sechste Tabellenplatz heraus.
Hartmut Oehmen (376 Punkte) und Roberto Lee Cook (276 Punkte) erzielten zusammen über 40% aller Panthers Körbe. Auf Platz 3 mit 216 Punkten lauerte aber bereits Youngster Matthias Golomb.

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1993/1994:
Hartmut Oehmen, Roberto Lee Cook, Alex Kühn, Matthias Golomb, Ramin Zadeh, Bernd Vermeulen, Norbert Vermeulen, Andreas Böcker, Thomas Frese

Parallel zur normalen Basketball-Saison existiert seit 2 Jahren die von der Firma Adidas stark gepushte Sportart Streetball.
Ja, Ihr lest richtig, Streetball gab es vorher in Deutschland so gut wie nicht.
Erst die Olympischen Spiele 1992 mit dem Dream Team, sowie der gewonnene Europameister-Titel für Deutschland ebneten dieser Bewegung den Weg.


Die Panther sind natürlich dabei, wenn es all over Germany "3 on 3" heißt.
Schnell kristallisierte sich eine feste Truppe heraus, die nicht nur die kleinen Turniere in der Region spielte, sondern auch zu den großen Events anreiste.
Roberto Lee Cook, Markus Rehbein, Matthias Golomb und Hartmut Oehmen gewannen unter anderem in Duisburg. Qualifizierten sich somit für Dortmund und dort dann auch für das Deutschlandfinale in Berlin.
Nachdem Roberto bereits in Dortmund den Dunking Contest gewinnen konnte, wurde er in Berlin vor den Augen von 2000 begeisterten Fans, der deutschen Nationalmannschaft und NBA-Star Dikembe Mutombo sogar Deutscher Dunking Meister.
 

  Statt Dankesrede bei der Siegerehrung präsentierte der Krefelder Rapper jeweils live einen seiner Songs, wobei er sich stehts singend mit einer Hand an den Ring des Centercourts hing. Das Publikum liebte ihn und unsere Truppe in ihrem roten Chrysler Cabrio war auf allen Turnieren bekannt.

Die Panthers wussten nach ihrer Debutsaison in der Landesliga nun, daß dort auch nur mit Wasser gekocht wurde und was war die logische Konsequenz?
Man gab als Saisonziel den Aufstieg in die Oberliga bekannt!
Personell gab es parallel den großen Umbruch, denn Spielertrainer Alex Kühn sowie die Vermeulen Brüder nahmen aus Altersgründen ihren Abschied aus der 1. Mannschaft. Das Amt des Spielertrainer übernahm mangels entsprechender Alternativen kurzentschlossen Hartmut Oehmen und als Erstes benötigte das Team einige neue Spieler.
Die fand man auf der Army-Base in Rheindahlen, auf der einige Panther ohnehin häufiger sonntags spielten. Gleich drei weitere Amerikaner, die allerdings nur unregelmäßig zur Verfügung standen, trugen von nun an das Dress der Panther, so daß man über ein Top-Team verfügte, wenn man denn komplett antreten konnte.
Die Zuverlässigkeit der US-Boys, die übrigens alle "just for fun" sprich ohne Kohle spielten nahm jedoch von Woche zu Woche mehr ab und so hatte man kurz nach Weihnachten bereits 6 Punkte Rückstand auf TS Neuwerk.
Überragender Spieler in Mönchengladbach war der Jugoslawe Alexander Aleksic, der die Panther in beiden Spielen beinahe alleine aus der Halle geschossen hatte.
Noch während des Spiels nahm Hartmut zu ihm Kontakt auf und 24 Stunden später saß man in einem Mönchengladbacher Imbiss zusammen und verhandelte über einen kurzfristigen Vereinswechsel. Der Panther-Boss muß wohl sehr überzeugend geklungen haben, denn Alex glaubte ihm, daß der 6-Punkte-Abstand in 10 Spielen noch aufzuholen sei und die Panthers in die Oberliga aufsteigen würden.
Noch am gleichen Abend fuhr Hartmut zu Neuwerks Manager Sebastian Eggelhoff, der zähneknirschend die Freigabe erteile, als man ihm die schnell aufgesetzte Kündigung seines Star-Spielers auf den Tisch legte.

So kam es, dass Alexander Aleksic am Samstag Abend noch gegen die Panthers im Dress von Neuwerk spielte, im vorgezogenen Spiel gegen Dülken am Mittwoch Abend aber bereits als Panther auf Korbjagd ging. Kaum glauben mochte dies Dülkens Coach Marcel Gladebeck, denn der hatte am Samstag noch das Spiel Neuwerk gegen St. Tönis gepfiffen und war nun sichtlich überrascht.
Zurecht, denn Aleks erzielte bei seinem Debut schlappe 51 Punkte, darunter ein sauberer Dreier von der Mittellinie, ohne zeitlich in Bedrängnis zu sein.
Dieser Sieg war das Signal für die Aufholjagd der Panther und der Wechsel ihres Superstars versetzte den Neuwerkern den prognostizierten Schock, denn am gleichen Spieltag verlor die Eggelhoff-Truppe bereits ihr erstes Spiel.
 

Nach dem letzten Spieltag dann Jubel bei den Panthers und hängende Köpfe in Mönchengladbach. Die Rechnung war aufgegangen. Neuwerk hatte genau die Spiele verloren, die der Panthers-Manager seinem neuen Star bei der Vertragsverhandlung vorausgesagt hatte. Aleks gab zu, nicht wirklich daran geglaubt zu haben, doch "Harry" hätte halt sehr überzeugend geklungen.
Mitlerweile waren die beiden 2-Meter-Männer längst Freunde geworden und so war es keine Frage, daß der ehemalige Roter-Stern-Belgrad-Spieler auch in der Oberliga das Panthers-Trikot tragen würde.

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1994/1995:
Roberto Lee Cook, Hartmut Oehmen, Matthias Golomb, Ramin Zadeh, Darren Bryson, Joey Henderson, Thomas Brandon, Markus Rehbein, Alex Aleksic
Die Freude über den Aufstieg in die Oberliga war groß, doch gleichzeitig stand man vor enormen personellen Problemen. Mit einigen Amis, die nur ab und zu mitspielten, konnte und wollte man nicht mehr planen.
Geld für Spieler hatte man keines und Alex sollte daher der einzige Akteur bleiben, der für seine Dienste eine Aufwandsentschädigung erhielt.
Nachwuchs aus den eigenen Reihen mit Oberliga-Niveau gab es eigentlich nicht, doch versuchen wollte man es trotzdem.

Was folgte war die erste Saison der Panther, in der es mehr Niederlagen als Siege gab und im Nachhinein musste man einfach zugeben, dass man etwas zu blauäugig in die Saison gegangen war.
Der Schritt von der Landes- in die Oberliga bedeutet spieltechnisch einen echten Quantensprung und mit Alex, Roberto, Matthias und Hartmut hatte man nur vier Akteure, die wirklich reif für die Liga waren.

Am letzten Spieltag musste man beim Tabellenfünften ART Düsseldorf antreten und ein Sieg würde tatsächlich zum Klassenerhalt reichen. Die Begegnung verlief äusserst knapp und Sekunden vor dem Abpfiff liegen die Panther mit nur einem Punkt zurück. Alex paßt auf den freistehenden André Kostka, doch dessen Wurf verfehlt aus nur drei Metern sein Ziel. Das Spiel ist verloren und die Panthers steigen zum ersten Mal seit Vereinsgründung aus einer Liga ab.
Spaß hat es trotzdem gemacht und die Stimmung war für einen Absteiger unglaublich gut. Topscorer war natürlich Alex Aleksic, gefolgt von Roberto Lee Cook, Hartmut Oehmen und Matthias Golomb. Diese vier Spieler erzielten gut 90% aller Panthers-Körbe der Saison.


 

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1995/1996:
Alex Aleksic, Roberto Lee Cook, Hartmut Oehmen, Matthias Golomb, Ramin Zadeh, Christian Czech, André Kostka plus Unterstützung von Markus Rehbein, Stefan Frese, Christian Vogt, Andreas Böcker, Uwe Schulz, Stefan Jakobs, Mario Lamoratta

Krefelds wohl bekannteste Basketball-Persönlichkeit aller Zeiten, Dirk Bauermann mit Panthers-Manager Hartmut Oehmen.


Die Vorgabe des neuen Vorstandes, in dem die Gruppe Thomas Freses, Christian Krins, Norbert und Bernd Vermeulen zahlenmässig die Oberhand hatte, wollte nun alles besser machen und kümmerte sich erstmalig auch um die 1. Mannschaft.
Aleks, Roberto, Matthias und Hartmut durften bzw. sollten zwar weiterspielen, aber der Vorstand würde jetzt das Team nach eigenen Kriterien zusammenstellen.
Spieler wie Christian Krins, Andreas Böcker, Niko Willinek, Martin Wörner und Andreas Heisig sollten die Zukunft des Vereins sein und wurden für die Landesliga gemeldet.
Der Erfolg blieb aus. Die neuen Akteure hatten weder die spielerische Qualität, noch stimmte die Chemie innerhalb des Teams.
Der Vorstand hatte zwar zu Saisonbeginn seine Machtprobe gewonnen, doch Erfolg hatte das neue Konzept nicht. Kurz nach Weihnachten war vom Elan des neuen Vorstandes kaum noch etwas geblieben und um die 1. Mannschaft wollte sich plötzlich niemand mehr kümmern.

Folgerichtig übernahm Hartmut wieder die Geschicke des Teams und als erste Aktion holte er die beiden A-Jugendlichen Thomislav Brkovic und Michael Baier aus Mönchengladbach bzw. aus Dülken.
Retten konnte das die verkorkste Saison aber auch nicht mehr, doch immerhin stieg der Spaß-Faktor in den letzten Wochen wieder merklich an, so daß zumindest die kommende Saison nicht gefährdet wurde.
Die Topscorer blieben unverändert: Aleksic vor Cook, Oehmen und Golomb.

 

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1996/1997:
Alex Aleksic, Roberto Lee Cook, Hartmut Oehmen, Matthias Golomb, Ramin Zadeh, Martin Wörner, André Kostka, Stefan Frese, Niko Willinek, Andreas Böcker, Christian Krins, Andreas Heisig, Thomislav Brkovic, Michael Baier

Der neue Vorstand hatte einsehen müssen, dass sein Konzept nicht aufgegangen war und die rechte Lust, sich wirklich für den Verein zu engagieren war bei den meisten verflogen.
Also war es nach einjährigem Intermezzo wie immer: Hartmut Oehmen übernahm die Führung und leitete die Geschicke der 1. Mannschaft. Der übrige Vorstand, der an guter Vereinsarbeit interessiert war, kümmerte sich um den Rest und hier insbesondere um die Jugendarbeit. Dieses System hatte sich bewährt und so sollte es auch in den nächsten Jahren besonders erfolgreich weitergehen.
Die vom Vorstand erzwungenen Zugänge der Vorsaison wurden wieder aussortiert und mit Hakan Ekinci wechselte zum ersten Mal ein Spieler aus der 1. Mannschaft vom BBC Krefeld (später Bayer Uerdingen) nach St. Tönis. Das Aufbau-Problem war damit perfekt gelöst, denn Hakan war wohl der beste Spieler auf dieser Position seit Vereinsgründung.
Mit dem Willicher Brüderpaar Philipp und Oliver Sommer wurde der Kader komplettiert und der Angriff auf die Oberliga konnte losgehen.
Ungefährdet eilte man von Sieg zu Sieg, bis zu jenem 11. Januar 1998, der wohl als schwärzester Tag der Vereinsgeschichte für immer Bestand haben wird.
Hakan und Hartmut kamen leicht verspätet zum Auswärtsspiel in Dülken. Hakan hatte sich bereits im Auto umgezogen und die beiden reihten sich sofort in den bereits laufenden Korbleberzirkel ein. Hakan dribbelte den Ball zweimal und fiel zu Boden. Sofort erkannte man, daß etwas nicht in Ordnung war und man rief vom Handy sofort den Notarzt, der 7 Minuten später auch bereits in der Halle erschien.


Verzweifelt versuchten die Ärtze den Spieler ins Leben zurückzuholen, doch der symphatische Türke erlag im Alter von nur 23 Jahren einem Herzinfakt.
Hartmut, der Hakans Eltern bei der Beerdigung und allen übrigen Formalitäten unterstützt hatte, musste Hakans Vater in die Hand versprechen, dass das Team für seinen Sohn den Aufstieg erreicht, denn sein Sohn hätte sich in keinem Verein zuvor so wohl gefühlt wie bei den Panthers.
Die Mannschaft war schwer geschockt und Roberto nahm in den kommenden Wochen nicht einmal mehr am Spielbetrieb teil.
Das Nachholspiel in Dülken, das auf Wunsch von St. Tönis in einer anderen Halle ausgetragen wurde, ging gegen eine Durchschnittstruppe beinahe verloren, denn insbesondere die jüngeren Panthers-Spieler agierten wie hypnotisiert. Alex und Hartmut waren auf sich allein gestellt und erzielten 84% aller St. Töniser Punkte.
   

  Hakans Name wurde auf jedes Trikot geflockt und seine Nummer 4 wurde von nun an nicht mehr vergeben.
Das Team machte das Versprechen wahr und stieg ungeschlagen in die Oberliga auf, doch echte Freude kam verständlicherweise nicht auf.

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1997/1998:
Alex Aleksic, Hartmut Oehmen, Roberto Lee Cook, Matthias Golomb, André Kostka, Thomislav Brkovic, Oliver Sommer, Phillip Sommer, Hakan Ekinci


Zum zweiten Mal startete ein Team der St. Tönis Panthers nun also in der Oberliga. Beim letzten Mal war man abgestiegen, weil die Personaldecke schlichtweg zu dünn war und das Team über zu wenige erfahrene Spieler verfügte. Diesen Fehler wollte man diesmal nicht machen und so verpflichtet man gleich mehrere neue Akteure, zumal Roberto seine Basketball-Laufbahn endgültig beendet hatte.

  Sein Nachfolger wurde der ehemalige tunesische Nationalspieler Mohamed Fateh, den man beim Bezirksligisten TV Goch entdeckt hatte.
Aus Osterrath kamen Martin Stankiewicz, Daniel Akinwalde und Thomas Kurcab. Aus Rumeln stieß David Gerigk hinzu, doch genau wie die drei zuvor genannten Akteure konnte auch er die Erwartungen nie erfüllen und man trennte sich recht schnell wieder von diesen Spielern. Promt befand man sich wieder in Personalnot, doch man wusste, was zu tun war.

Es wurde nachgebessert und kurzfristig kamen mit Ralf Goebbels, Tony Moore und dem Grafenberger Chapar Golkar drei neue Akteure. Desweiteren trainierte ein schlaksiger Hitskopf aus der A-Jugend, der ein unglaubliches Sprungtalent besaß, immer öfter mit der 1. Mannschaft mit.  

  Am 21.11.98 erzielte er in seinem ersten Spiel für die 1. Mannschaft auch seine ersten Punkte. Die Rede ist von Goran Gavric.
Das Traineramt hatte man mitlerweile an den ehemaligen, schottischen Nationalspieler Jim Helkett übertragen, den sein Job nach Krefeld verschlagen hatte. Zum ersten Mal hatte eine St. Töniser Mannschaft einen Coach, der nicht selbst als Spielertrainer für das Team aktiv war.

Es gab einige knappe Siege mit nur einem Punkt Unterschied (Grevenbroich und Kamp-Lintfort), aber auch Niederlagen, bei denen nur Sekunden zum Sieg fehlten. Alles in allem hatte man gezeigt, daß man kein Kanonenfutter mehr war und das sollte auch in Zukunft nicht mehr so sein.
In der Scorerliste gab es einen Wachwechsel an der Spitze. Neuzugang Mohamed Fateh löste Alex Aleksic ab und Matthias Golomb verpaßte hinter Hartmut Oehmen nur knapp den dritten Platz.

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1998/1999:
Alex Aleksic, Mohamed Fateh, Hartmut Oehmen, Matthias Golomb, Oliver Sommer, Phillip Sommer, Ralf Göbbels, Chapar Golkar, Tony Moore, Martin Stankiewicz, Daniel Akinwalde, Thomas Kurcab, David Gerigk

Nach dem Motto: "Stillstand bedeutet Rückschritt" bastelte man gleich nach Saisonende bereits an einer Mannschaft für die kommende Spielzeit und die sollte als Aufstiegskandidat ins Rennen gehen.
Beim traditionellen St. Töniser Osterturnier traf der Panthers Boß im Spiel gegen Herzogenrath erstmals persönlich auf den Amerikaner Yancey Taylor, der dort zusammen mit Chris Cummings für Furore sorgte.
Vor der Halle tauschte er mit dem MVP des Turniers die Telefonnummern aus, ohne zu wissen, daß dies noch weitreichende Folgen haben sollte.

An einem Freitag-Abend im August 99 klingelte dann Hartmuts Telefon und am anderen Ende sprach besagter Yancey Taylor von "big problems in Herzogenrath". Kurzentschlossen setzte sich der Panthers Manager zusammen mit Goran Gavric ins Auto und man fuhr nach Aachen, wo man sich mit dem potentiellen Neuzugang vor dem Spielcasino treffen wollte.
Der Amerikaner kam 30 Minuten zu spät doch weitere 60 Minuten später hatte er auf einer Serviette eines griechischen Imbiß seinen ersten Vertrag bei den Panthers unterschrieben.

Die Startin Five mit Taylor, Aleksic, Golomb, Oehmen und Fateh war mit einer Durchschnittsgröße von 2,00 Metern dem Rest der Liga körperlich überlegen und mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren auch unglaublich routiniert. Als sechten Mann holte man von ART Düsseldorf Sedat Salihi, der als Defense-Spezialist so manchen gegnerischen Aufbau zur Verzweiflung treiben sollte.
Nach 11 Spieltagen stand man ungeschlagen auf dem 1. Platz, doch in der Mannschaft brodelte es. Der Trainer Jim Helkett stand im Mittelpunkt der Kritik und der Spruch "Wir stehen trotz unseres Coaches da oben" machte immer mehr die Runde. Als Alex und Hartmut (beide mitlerweile herausgefoult) dann von der Bank per Auszeit eine Niederlage in Königshardt verhinderten, war die Entscheidung gefallen:
St. Tönis entlässt seinen Trainer, obwohl das Team mit 22:0 Punkten die Tabelle anführt.
Neuer Coach wird Alex Aleksic, der aber auch als Spieler weiterhin zur Verfügung steht. Seine Nummer 10 findet allerdings einen würdigen Nachfolger: Chris Cummings wechselt aufgrund zahlreicher Probleme von Herzogenrath kurzfristig nach St. Tönis. Schon bald sind Cummings und Taylor als 50-Punkte-Achse bei allen Clubs gefürchtet.



Eigentlich wollte Chris ja zurück nach Krefeld, wo er bereits fünf Jahre gespielt hatte, doch dort hatte man kein Ohr für die Probleme des Oldies. Eine Tatsache, die sich rechen sollte, denn im Hinspiel schoss er Bayer Uerdingen beinahe alleine aus der Halle und lieferte eine ganz große Show.
Aber auch in den übrigen Begegnungen war auf Chris stets Verlass und die Panther, angeführt von Allrounder Yancey Taylor nicht zu stoppen.
Der Aufstieg in die 2. Regionalliga war die logische Konsequenz.

   

 

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 1999/2000:
Goran Gavric, Mohamed Fateh, Hartmut Oehmen, Matthias Golomb, Yancey Taylor und Coach Alexander Aleksic. vorne: Chris Cummings, Benny Simon, Chapar Golkar und Sedat Salihi
Es fehlen die Ergänzungsspieler Ingo Panknin, Massout Ziayee und Phillip Arendt

Topscorer war Yancey Taylor vor Chris Cummings und Mohamed Fateh.


Die Regionalliga war für St. Tönis etwas völlig Neues, doch man wusste, dass man sich um den Klassenerhalt eigentlich keine Sorgen zu machen brauchte. Der Stamm Taylor, Cummings, Fateh, Golomb, Salihi, Aleksic und Oehmen war einfach zu stark, um als Kanonenfutter wieder abzusteigen.
Relativ sorglos startete man daher in die Saison und als mit Tim Sanks noch ein weiterer Ami eher zufällig hinzustieß, gewann man sogar gegen einige Top-Teams relativ deutlich.
Nach fünf Begegnungen verzeichnete St. Tönis den ersten Transfer eines Spielers in die 1. Bundesliga. Tim Sanks, der ohnehin nur zur Präsentation für andere Clubs kostenlos in St. Tönis spielte, wechselte zu den Frankfurt Skyliners.
Aber auch Yancey Taylor verließ plötzlich den Verein, allerdings nicht gerade positiv, denn nach einem üblen Foul im Training sprach sich das Team bei zwei Enthaltungen komplett gegen den launischen Star aus, was die sofortige Entlassung des Amerikaners zur Folge hatte.

Ohne die beiden Top-Akteure und insbesondere ohne Aufbau hatte es der Aufsteiger natürlich schwer. Für die Position 1 sicherte man sich daher kurzfristig die Dienste des Serben Sasha Matenetkarski, der zwar weder englisch noch deutsch sprach, aber wußte, wie man mit dem Ball umging.  

Ein weiterer Schock dann zu Weihnachten bzw. Neujahr. Sasha durfte aufgrund der politischen Verhältnisse in Serbien nicht mehr das Land verlassen und Mohamed Fateh entschied mal eben so, dass er keine Lust mehr auf Regionalliga-Basketball hatte.
Von einem Tag auf den anderen fehlen zwei Mann aus der Starting Five, doch Chris Cummings und der immer stärker werdende Matthias Golomb sorgten mit Ihren Punkten dafür, daß das Team nie in Abstiegsgefahr geriet. Und auch Manager Hartmut Oehmen, der eigentlich seine aktive Laufbahn ausklingen lassen wollte, mußte plötzlich wieder Woche für Woche beinahe für 40 Minuten unter dem Korb ran.

Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 2000/2001:
Chris Cummings, Matthias Golomb, Mohamed Fateh, Hartmut Oehmen, Yancey Taylor, Sedat Salihi, Tim Sanks, Chapar Golkar, Goran Gavric, Sasha Matenetkarski, Alexander Anastasiadis, Alex Aleksic

Wenn man dem Zyklus der vergangenen Jahre treu bleiben wollte, so mussten die Panther in der kommenden Saison aufsteigen, denn man hatte es stets so gehalten, sich ein Jahr die Liga anzuschauen und dann hoch zu gehen.
Und wer Hartmut Oehmen kennt weiss, dass er solche Ziele liebt, auch wenn ihm noch nicht unbedingt klar war, wie er es erreichen konnte.
Fakt war jedoch, dass man in St. Tönis keine großen Sponsoren hatte und dass für gute Spieler hier nicht das große Geld winken konnte. Also musste man improvisieren und das tat man dann auch auf allen Ebenen.
Der Umzug von St. Tönis nach Krefeld war schnell beschlossene Sache, doch offiziell war der Wechsel des Namens nicht mehr möglich.
Also spielte man in der WBV Tabelle weiterhin unter Pink Panthers St. Tönis, doch Spielort war bereits die Krefelder Glockenspitzhalle und in der lokalen Presse war auch nur noch von den Krefeld Panthers die Rede.
Ein Balanceakt, der aufgrund der neidischen Einmischung seitens Bayer Uerdingen bei Verband und Stadt kurzzeitig zu kippen drohte, doch das Team sorgte auf dem Spielfeld für ständig neue, positive Schlagzeilen und so liess mann die Panther gewähren.
Es hätte aber auch ganz anders kommen können, denn die KrefelderPersonalpolitik wurde im Vorfeld von den meisten nur belächelt:


Der 41-jährige Henk Pieterse wurde in Neuwerk als zu alt ausgemustert, doch die Panther hatten ja bereits mit Chris Cummings gute Erfahrungen gemacht und der war immerhin noch 5 Jahre älter. Nach dem Motto: "Es gibt bei Sportlern nicht alt und jung, sondern nur gut und schlecht" verpflichtete man "Henk the tank" auf der Center-Position.  

  Chris Cummings brachte eines Tages Majk Faust mit zum Training.
Einen Jugoslawen mit deutschem Paß, der bereits in der 1. Liga gespielt hatte.
Majk hatte Knieprobleme und war sich nicht sicher, ob er als Sportinvalide die Schuhe an den Nagel hängen sollte oder in dieser "Luschiliga" (Zitat Faust) Chris Cummings zuliebe noch ein Jahr mitzocken sollte.
Da er mit der Vereinsführung auf Anhieb außergewöhnlich gut klar kam (wer Majk Faust kennt weiß, dass das eher selten ist) entschied er sich zu bleiben, was sich später als absoluten Glücksgriff herausstellen sollte.

Zuri Williams kam gerade aus der 2. Bundesliga und hatte von seinem Ex-Club noch eine Menge Geld zu bekommen. Er wollte sich bei den Panthers fit halten, bis er einen neuen Verein gefunden hatte. In kRefeld stimmte man dieser Regelung zu und hatte somit für ungewisse Zeit einen Top-Aufbau.  

 

Und last but not least kehrte der im Vorjahr suspendierte Yancey Taylor zurück, der den Rest der vergangenen Saison in der 1. Regionalliga bei Dorsten gespielt hatte.

Yancey hatte seinem "Buddy" Hartmut Besserung versprochen und da "der Dicke" nun mal ein erstklassiger Basketball war, gab man ihm eine zweite Chance.


Yancey hatte bereits im Sommer den Kontakt zur amerikanischen Textilfirma Rocawear hergestellt.
Unter dem Namen Rocawear Panther spielten er, Hartmut, Matthias, Sedat und zwei weitere befreundete Akteure die TD-1 Turniere in ganz Deutschland und in Leipzig gelang es den Panthers sogar, das Turnier zu gewinnen. Ein langer Bericht im Fernsehen auf DSF und ein Ticket für das Deutschland-Finale in Berlin waren die Folge.

Nicht nur die beiden Nasenbeinbrüche von Hartmut innerhalb von 6 Wochen auf den Turnieren in Leipzig und Berlin imponierten der Geschäftsführung von Rocawear in den USA und so entschied man sich, den Club in Deutschland zu unterstützen, der der damals noch relativ unbekannten Firma diese positive PR verschafft hatte.      

Selbstbewusst, aber von den anderen Clubs aufgrund des hohen Altersdurchschnitts belächelt startete man in die Saison. Die Jungprofis aus Leverkusen tuschelten und grinsten beim Warm Up des 1. Spieltages über die Opas aus St. Tönis, doch nach 40 Minuten waren sie stumm. 113:68 hieß es da nämlich für die Panther und Manager Hartmut Oehmen wird im WBV-Report mit: "Ich möchte nicht nur aufsteigen, ich möchte die Liga dominieren." zitiert.
Ein mutiger Satz, der die alten Haudegen unter einen gewissen Leistungsdruck setzen sollte.

    Einen weiteren Schub erhielten das Team dann beim ersten Heimspiel in der alt-ehrwürdigen Krefelder Glockenspitzhalle.

Ex-Panther Philipp Sommer hatte den Kontakt zu Sänger und Mega-Star R.Kelly (I believe I can fly) vermittelt, der im Rahmen seiner Deutschland-Tournee eine knappe Woche mit den Panthers trainierte und Hartmut hatte es irgendwie geschafft, den Superstar zu überreden, vor dem Spiel der Panther die amerikanische Nationalhymne live in der Halle zu singen.
Nur wenige Tage nach den tragischen Ereignissen des 11. September kam es zu einem Gänsehaut-Auftritt, der den gut 600 Zuschauern die Tränen in die Augen schießen ließ.
Der Gegner hieß übrigens Köln und die Begegnung wurde wie alle übrigen Heimspiele deutlich gewonnen.

Mitte der Hinrunde kam dann das, was kommen musste. Zuri Williams war einfach zu gut, um nicht ein lukratives Angebot zu erhalten und so wechselte der Aufbau kurzfristig in die 2. Liga nach Münster.
Ersatz musste her und zwar schnell. Zwei Amis aus der 1. Regionalliga kamen einen Tag später promt zum Probetraining. Der eine war Topscorer von ART Düsseldorf (1. Regionalliga) aus der letzten Saison, der andere ein bisher Namenloser, der in Iserlohn bei manchem Spiel sogar nicht einmal den Platz in den 10er Kader schaffte.


Die Panthers entschieden sich gegen den Star und für den Nobody.
Der Name des jungen Burschen mit der auffälligen Frisur war Alehandro Thomas.
Ali, wie ihn seine Mannschaftskameraden rufen, schlug ein wie eine Bombe und konnte Zuri voll ersetzen. Zwar war er nicht wie sein Vorgänger der abgeklärte und routinierte Aufbau, der ein Spiel lesen konnte, doch er war unglaublich schnell, konnte ziehen und schießen und machte Sachen, die kein anderer tun konnte.
Leider sprach es sich in Basketball-Deutschland schnell herum, daß da in Krefeld ein Rohdiamant entdeckt wurde und so wechselte auch der zweite Krefelder Pointguard in die 2. Bundesliga nach Jena.
 

 

Dreimal konnte man in einem Jahr nicht so ein Glück haben und solch einen Volltreffer landen und so war es dann auch. D`Quarius Stewart war nicht die erhoffte Verstärkung und wurde schon bald nach Bergheim weitergereicht.

Die Aufbau-Position teilten sich jetzt Yanyey, Majk und Sedat, aber dafür gab es auf der Center-Position für einige Wochen einen neuen Akteur zu bestaunen. Wie aus dem Nichts tauchte 2,18 Meter-Mann Slavisa Lalic auf, der darum bat, bei den Panthers vorspielen zu dürfen.
Der Riese sprach weder deutsch noch englisch und so erklärte sich Goran kurzerhand bereit, ihn einige Zeit bei sich aufzunehmen. Lalic machte drei Spiele für Krefeld und zumindest im Heimspiel gegen Bayer erwies er sich als echte Verstärkung unter dem Korb. Doch schnell wurde klar, warum solch ein Gigant keinen Club hatte. Seine Einstellung stimmte einfach nicht und so musste er nach seiner Probezeit wieder weiterziehen.


Die Meisterschaft und damit der Aufstieg in die 1. Regionalliga war nun greifbar nahe, doch Yanceys Knieprobleme wurden von Woche zu Woche größer. Am Mannschaftstraining nahm der bullige Amerikaner schon lange nicht mehr richtig teil, doch jetzt benötigte er schon immer häufigere Auszeiten in den Ligaspielen. In Meckenheim wollte er noch einmal auf die Zähne beißen und mit einem Sieg den Aufstieg unter Dach und Fach bringen.  

  Aufgrund der Personalnot stand auch Manager Hartmut Oehmen wieder im Kader und gegen die körperlich starken Akteure um Meckenheims Sam Graham hieß die Starting Five dann Taylor, Faust, Cummings, Oehmen, Pieterse. Letzterer war aufgrund einer Autopanne erst 5 Minuten vor Spielbeginn in der Halle angekommen, doch zusammen mit Yancey war Henk der Matchwinner in Meckenheim. Der Aufstieg war geschafft, doch die Saison noch nicht zuende.

Im Heimspiel gegen Emmerich mußte man nochmal gegen ein Team ran, das mitten im Abstiegskampf steckte und selbst wollte man natürlich die blütenweiße Heimweste behalten. Zur Halbzeit lag man ohne Yancey Taylor, der sich mitlerweile hatte operieren lassen, gegen die überhart agierenden Gäste deutlich zurück. Coach Alex Aleksic wollte eigentlich die Partie locker angehen und den Akteuren aus der zweiten Reihe verstärkt Spielzeit geben.

Die am Rande der Legalität agierenden Emmericher ließen das jedoch nicht zu. Erfahrung und körperliches Spiel waren jetzt gefragt und so kam es zur ältesten Aufstellung, die die Regionalliga wohl je erlebt hat. Coach Aleksic forderte den in zivil auf der Bank sitzenden Manager auf, sich umzuziehen und auch er selbst zog noch einmal das Panthers-Trikot über. Zur zweiten Halbzeit bestand die Panthers-Fünf aus:
Chris Cummings (47), Henk Pieterse (42), Alex Aleksic (36), Hartmut Oehmen (36) und Majk Faust (32), was ein Durchschnittsalter von 38,6 Jahren ergibt. Die "Oldies" machten keine Gefangenen und zeigten den Emmerichern, was körperliches Spiel wirklich bedeutet. Chris, Alex und Majk punkteten nach Belieben und die Twin-Towers Henk und Harry räumten unter den Körben auf. Emmerichs Ausbeute sah weniger schön aus:
Zwei unsportliche Fouls, zwei geöffnete Augenbrauen und zwei Minuspunkte nahmen sie aus der Glockenspitzhalle mit. Topscorer mit 51 Punkten war Majk Faust.
 

Am letzten Spieltag in Rhöndorf sah es personell noch schlimmer aus. Henk fehlte aufgrund einer Familienfeier und Alex hatte nach dem Emmerich-Fight unwiederruflich seinen Rücktritt erklärt. Hartmut verletzte sich bereits nach drei Minuten am Knie und zur Pause war für ihn endgültig Schluß (Kreuzband), aber auch Chris Cummings und Matthias Golomb waren angeschlagen.
Geführt vom siegbesessenen Majk Faust kämpfte der wackere Rest bis zur letzten Minute und alle Akteure verdienten sich Bestnoten. Gegen die 10 jungen Wilden aus Rhöndorf hielten Sedat, Goran und Matthias läuferisch toll dagegen. Auf der anderen Seite spielten Chris und Majk immer wieder ihre Routine aus und nach einem nicht zu erwartenden Sieg hatte man sich das Essen in der benachbarten Tennishalle redlich verdient.
Insbesondere Alex, Matthias und Hartmut die drei, die schon ewig für die Panthers spielten, konnten es noch immer nicht ganz fassen, daß man wirklich in die 1. Regionalliga aufgestiegen war. Majk Faust, der wieder 51 Punkte erzielt hatte schüttelte dauernd grinsend den Kopf und Chris wiederholte ständig seinen Spruch, den jeder aus der Mannschaft nur zu gut kannte:
"Bei den Panthers passieren Sachen, die gibts doch gar nicht."

  Der Kader der 1. Mannschaft der Saison 2001/2002:
Hartmut Oehmen, Henk Pieterse, Marvin Taylor, Chris Cummings, Sedat Salihi, Matthias Golomb, Majk Faust.
vorne: Alexander Aleksic, Alex Anastasiadis, YanceyTaylor und Zuri Williams.
Nicht auf dem Bild:  Alehandro Thomas, Slavisa Lalic, D`Quarius Steward

Sportlich hatte man sein Ziel also bravourös erreicht, nun galt es, auch bürokratisch Nägel mit Köpfen zu machen. Aus den bereits in Krefeld spielenden Pink Panthers St. Tönis 1988 e.V. wurde offiziell der Regionalliga-Aufsteiger Basketball Club Krefeld Panthers e.V.
Die erste und zweite Herren-Mannschaft wurden aus dem St. Töniser Ursprungsverein ausgegliedert und waren nun ein absolut eigenständiger Krefelder Verein.
Die Jugendabteilung blieb bis auf weiteres aufgrund fehlender Hallenzeiten komplett in St. Tönis, doch ein Kooperationsvertrag beider Vereine gibt den talentierten Jugendlichen aus St. Tönis die Möglichkeit, sich ohne weitere Kosten bei den höher spielenden Krefelder Kameraden weiterzuentwickeln.

Die Planungen für die kommende Saison begannen für die Panthers ebenso früh wie negativ. Zuerst hieß es Abschied nehmen vom langjährigen Mitstreiter Alex Aleksic, was insbesondere Hartmut Oehmen traurig stimmte, denn Alex war längst mehr als nur ein Spieler oder der Coach des Vereins.
Aber gegen das unglaubliche verlockende Angebot des Zweitligisten Neuwerk Lions konnten und wollte man nichts dagegensetzen. Bei den Panthers war Basketball halt noch ein Spiel und kein Profigeschäft wie bei vielen anderen Clubs. Das war dann auch der Grund, warum Majk Faust trotz mündlicher Zusage ebenfalls kurzfristig nach Mönchengladbach wechselte.
Einen Monat vor Saisonbeginn dann die absolute Hiobsbotschaft. US-Sponsor Rocawear stellte ohne Angabe von Gründen per dreizeiligem Fax seine Sponsoren-Tätigkeit ein.
Konnte man überhaupt bis zum Schluss am Spielbetrieb teilnehmen?
Eine Frage, die zu diesem Zeitpunkt niemand beantworten konnte.
Also machte man das, was man am besten konnte. Man improvisierte und ging mit viel guter Laune ans Werk.


Chris Cummings, der bereits einen Vertrag als Spieler besaß, wurde kurzerhand zum Trainer umfunktioniert und nahm die Aufgabe gerne an. Zum ersten Training verteilte er an alle Akteure ein Blatt Papier mit folgendem Text:
"Every morning in Africa a gazelle wakes up. It knows it must run faster than the fastest lion or it will be killed.
Every morning a lion wakes up and it knows it must run faster than the slowest gazelle or it will starve to death.
It doesn`t matter if you`re a lion or a gazelle.
When the sun comes up, you better be running."
 

  Die Spieler verstanden schnell, was er damit meinte. Die Zeiten, in denen Alex das Training leitete und man hauptsächlich 5 gegen 5 spielte waren vorbei.
Die Mannschaft hatte nur zwei Mal Training pro Woche und in dieser Zeit verlangte Chris 100 Prozent Einsatz und Konzentration, damit man im Spiel bereit war, wenn nötig 120 Prozent zu geben.

Spektakuläre Neuverpflichtungen waren aufgrund des Fehlens eines Sponsors nicht möglich. Ali Thomas war gerade in Deutschland und suchte einen Erstligaclub in Europa, also konnte er auch ebensogut in dieser Zeit für die Panthers spielen. Steve Moyer hatte im Juli ein Angebot aus Krefeld abgelehnt und war nach Cuxhafen gewechselt.


Dort hielt er es aber nicht lange aus und meldete sich kurzerhand bei den Panthers. Da er aus dem Norden einfach nur weg wollte, wurde man sich schnell einig. Wohnungstechnisch kam er bei seinem alten Kumpel Keith Moyer aus Neuwerker Zeiten unter und zum Training kam er zweimal pro Woche mit der Bahn.
Mit Yancey Taylor, Henk Pieterse, Matthias Golomb, Sedat Salihi und Goran Gavric standen weitere fünf Akteure aus der Vorsaison zur Verfügung und dann, ja dann gab es da noch die "Durchreisenden".
 

  Damit sind die Spieler gemeint, die keinen Vertrag bei den Panthers hatten, sich aber durch gute Leistungen in Krefeld für andere Clubs empfehlen wollten.
Zugegeben eine sehr günstige Angelegenheit, aber für den Trainer nicht unbedingt einfach zu handhaben, denn ständig musste Chris neue Spieler integrieren und mit ihnen die einstudierten Spielzüge wiederholen.

Diese grosse Anzahl häufig wechselnder amerikanischer Akteure im Kader der Panthers sah für die Konkurrenz so aus, als ob mit Krefeld ein neuer Krösus in der Liga einmaschiert wäre, doch niemand wusste, daß genau das Gegenteil der Fall war.


Spieler wie Devonne Stephensen, Keith Carothers, Mike Claxton, Michael Pawelczak oder später Emil Matevski hatten schlichtweg weder einen Verein noch einen anderen Job und wollten die Chance nutzen, sich on the court zu präsentieren.
Devonne und Keith flogen nach zwei bzw. sechs Spielen wieder in die USA zurück. Mike Claxton schaffte den Sprung nach Frankfurt in die 2. Liga und big Mike mußte in die USA zurück, weil sein Vater überraschend gestorben war.
 

  Für besonderes Aufsehen sorgten aber die Auftritte von Ex-NBA-Spieler Stephen Key im Panthers Trikot. Vor Saisonbeginn hatte man mit Key verhandelt, weil Chris ihn gerne als Aufbau für die ganze Saison gehabt hätte, doch Stephen wollte lieber in den USA bleiben.
Dann erhielt er den Job des Co-Trainers in Düsseldorf (2. Liga) und war dort auch für den Fall einer Verletzung von ART-Pointguard Robert Sheppard geparkt. Spielpraxis konnte ihm daher nicht schaden und so machte man einen Deal, daß Stephen Key immer dann für Krefeld spielte, wenn Düsseldorf nicht zeitgleich antreten mußte.

Chris wußte, daß Key die Panthers-Spielzüge in 5 Minuten beim Warmmachen verinnerlichen würde und daß er dem Team helfen würde, obwohl er nie beim Training dabei gewesen war.
Nach einigen Wochen wurde Stephen Key dann Headcoach in Düsseldorf, doch der Deal blieb bestehen. Der Trainer des Zweitligisten Düsseldorf war Spieler auf Abruf des Regionalligisten Krefeld. Mit Emil Matevski brachte Stephen Key auch gleich einen Spieler aus Düsseldorf mit, der dort immer seltener den Sprung unter die ersten 10 schaffte und so kamen die Panther erneut ohne größere Kosten zu einem weiteren Spieler.

Etwas anders, aber nicht weniger seltsam die Geschichte um Duez Henderson.
Der spätere Publikumsliebling hatte einen Vertrag in Belgien unterschrieben, doch als er bei seinem Club ankam, mußte er feststellen, daß sein Team auf Beton trainierte und spielte. Das kam für den "König der Lüfte" nicht in Frage und er rief sofort seinen Agenten an.
Dieser betreute zufällig auch Mike Claxton und daher rief er bei den Panthers an, um zu fragen, ob sein Schützling sich nicht in Krefeld fit halten könnte, bis er einen neuen Verein für ihn gefunden hätte. In Krefeld waren sie ja neue Spieler gewohnt und da man dem Jungen aus der Patsche helfen wollte, sagte man zu.
 

Doch schon nach dem ersten Training war klar, der Bursche würde gut in unser Team passen und man beantragte einen Spielerpaß. Duez sollte solange für die Panthers auf Korbjagd gehen, bis sein Agent ein neues Team gefunden hatte und schon bald fuhr er zum Zweitligisten Eintracht Frankfurt zum Probetraining.
In Dortmund sollte er dann sein Abschiedsspiel machen, denn mit Frankfurt war im Grunde alles klar. In der Kabine nach dem Spiel verabschiedete er sich von seinen Teamkameraden, doch als Chris und Hartmut ein paar offene Worte des Dankes sprachen, konnte er die Tränen nicht mehr halten.
Er mochte die Jungs und sie mochten ihn. Knapp zwei Stunden später bei Kentucky Fried Chicken am Rande des Dortmunder Weihnachtsmarktes stand sein Endschluß dann fest: "Ich bleibe ein Panther und gehe nicht nach Frankfurt."
Szenen, die für die gute Stimmung im Krefelder Team sprechen und völlig im Gegensatz zur allgemeinen Meinung über die Panthers stehen.
Insbesondere in den diversen Internet-Foren wie NRWbasket.de war dort die Rede von der "herzlosen Sölnertruppe aus Krefeld" oder den "Millionären, die alles verpflichten, was gut und teuer ist - hauptsache amerikanisch".
Dabei hätten sie alle die gleichen Möglichkeiten gehabt. Aber sie hatten halt nicht die Kontakte und den guten Ruf eines Chris Cummings in ihren Reihen und nicht jedes Management ist bereit, so spontane und dabei unübliche Entscheidungen zu treffen wie man es in Krefeld getan hatte.

Schnell bezeichnete man die Panthers als "Zirkustruppe", doch von Woche zu Woche drehte sich dieses Bild immer mehr und schon bald galt man als das Team, das den attraktivsten Basketball der ganzen Liga spielte.
Über keine Mannschaft wurde im Internet mehr diskutiert als über die Panthers und auch in der Fachpresse dem WBV-Report nahmen die Berichte über den Aufsteiger aus Krefeld stets besonders viel Platz in Anspruch.


 

Dieses Team war nicht nur gut, es war einfach anders.
Es machte Spaß, sich über den Paradiesvogel der Liga" aufzuregen oder ihn als Fan zu verteidigen bzw zu unterstützen.
Das Konzept war aufgegangen. Die Panthers hatten zwar keine Tradition wie Herten, Wulfen oder Salzkotten, aber man sprach über Krefeld.
Man war keine graue Maus, die in der Liga unterging wie Waltrop, Wetter oder Uerdingen.
Das Produkt "Basketball in Krefeld" fing an sich zu verkaufen und sportlich beendete der Aufsteiger die Saison 2002/2003 als Vizemeister.
Aber würde der 2. Tabellenplatz auch zum Aufstieg in die 2. Bundesliga reichen?!? Das große Warten konnte beginnen.

In den vergangenen Jahren hatte die Vizemeisterschaft immer zum Aufstieg in die 2. Liga gereicht und aufgrund der Aufstockung der 1. Bundesliga gab es diesmal auch noch ein Wildcard-Verfahren, das zwei zusätzliche Plätze schaffen sollte. Bremerhaven und Ulm galten als aussichtsreiche Kandidaten, doch dann kam alles ganz anders. Die sportlichen Absteiger der 1. Liga Würzburg und Trier erhielten die besagten Wildcards und mussten daher nicht absteigen. In Anbetracht der Ankündigung, neue Standorte in Basketball-Deutschland erschliessen zu wollen, war das eine Skandal-Entscheidung. Bremerhaven (Nord) rückte nicht in die 1. Liga nach und so mußte auch Krefeld in der Regionalliga bleiben.

Die endgültige Entscheidung erreichte die Panther Mitte August, also zu einem Zeitpunkt, an dem die meisten anderen Teams bereits in der Saisonvorbereitung steckten. In Krefeld mußte man den Spielern, mit denen man bezüglich der 2. Liga gesprochen hatte nun erst einmal absagen, was dazu führte, daß man vier Wochen vor Saisonbeginn so gut wie kein Team zur Verfügung hatte.
Schnelles Handeln war also gefragt.
Mit Steve Moyer hatte man einen Vertrag für die 2. Liga, doch nun hatte Steve plötzlich ein Angebot eines holländischen Erstligisten vorliegen und auch Zuri Williams wechselte zu diesem Club. Von den Amerikanern des Vorjahres blieben also noch Duez Henderson und Alehandro Thomas, die man auch sofort kontaktierte.
Beide sagten spontan zu, denn schließlich hatte es ihnen in Krefeld ja gefallen.
Aus der Oberliga holte man Jugurtha Lafi und mit Steven St. Martin meldete sich ein amerikanischer Aufbau, der zuletzt bei Union Opladen gespielt hatte.

In Köln wurde Chris Cummings von einem weiteren amerikanischen Spieler angesprochen, der bereits Chemnitz zum Aufstieg in die 2. Liga verholfen hatte und nun auf der Suche nach einem neuen Club war. Da zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen war, wann genau Duez und Ali nach Krefeld zurückkehren würden, gab man besagtem Silvester Mcintosh einen Vertrag für die ersten drei Spiele, doch Sly sollte bis zum Saisonende bleiben und sich als wertvolle Verstärkung erweisen.
Da Duez Henderson einen Tag vor Saisonbeginn und Alehandro Thomas sogar erst zum zweiten Spieltag in Krefeld ankam, starteten die Panther eigentlich ohne Vorbereitung in die Saison. Eine Zielvorgabe existierte nicht. Man war schlichtweg erst einmal froh, so kurzfristig eine Mannschaft zusammengestellt zu haben. Der Rest sollte sich ergeben. Und wie sagt Chris Cummings immer: "It`s a looong way to go..."
Es kam wie es kommen mußte. Die Panther verloren zwei ihrer ersten drei Spiele und fanden sich im Niemandsland der Tabelle wieder.
Die beiden Heimniederlagen gleich zu Anfang der Saison sowie der Hickhack um die Ligenzugehörigkeit im Vorfeld taten der im Vorjahr gerade aufkommenden Fankultur natürlich nicht gerade gut und intern war man mit der Position des Aufbaus alles andere als zufrieden.
Da Steven St. Martin ohnehin nur auf Probe bei den Panthers spielte, trennte man sich von ihm auch recht kurzfristig, zumal mit Domagoj Milardovic bereits ein anderer Pointguard parat stand. Dom hatte sich selbst in Krefeld ins Gespräch gebracht, nachdem im letzten Jahr eine Zusammenarbeit aufgrund seines Engagements bei Bayer Uerdingen nicht zustande gekommen war. Dom war besser als St. Martin, aber ein Zuri Wlliams war auch er leider nicht.
 

So ging es mit den Leistungen der Panther mehr oder weniger auf und ab. Genialen Spielen wie in Schalke oder Herten folgten beinahe peinliche Niederlagen gegen Bergheim und Wetter, die sich auch nicht durch das Fehlen einiger Akteure entschuldigen ließen.

Um ein echtes Spitzenteam darzustellen, benötigt man in der Regionalliga schlichtweg einen überdurchschnitt-lichen Pointguard und zu dem kam man im Dezember beinahe über Nacht. Duez Henderson hatte nämlich angefragt, ob sein alter College-Kumpel für einige Wochen zu Besuch kommen und mittrainieren dürfte. Er durfte und das Team staunte nicht schlecht, als dieser kleine Wirbelwind zum ersten Mal loslegte. Jason Price hieß das unglaublich schnelle Sprungwunder und in der vergangenen Saison hatte er in der 1. Liga im Kosovo gespielt. Krefelds Management schaltete sofort. Kosovo ist nicht Mitglied der FIBA und daher benötigte man auch keine zusätzliche Freigabe. Innerhalb von 24 Stunden hatte Jason einen Spielerpaß und seinem Einsatz im Derby gegen Uerdingen stand nichts mehr im Wege.
  Das besagte Derby war in diesem Jahr jedoch kein Highlight, denn obwohl Uerdingen mitlerweile auch über drei Amerikaner verfügte, erwiesen sich die Panther als einfach zu clever. Duez und Ali waren ja bereits das gefürchtetste 50-Punkte-Duo der Liga, doch nun hatten sie mit Jason auch noch einen Top-Mann, der sie fütterte. Diese Rolle gefiel natürlich auch Herrn Price und kurzerhand verlängerte er seinen Urlaub bis zum Saisonende.
Bei nur zweimal Training pro Woche dauerte es natürlich ein wenig, bis sich das Team gefunden hatte, doch nach Weihnachten waren die Panther nicht mehr zu stoppen. Egal, ob Schalke, Herten oder Dortmund - in der Glockenspitzhalle gab es selbst für die Top-Teams der Liga nichts zu lachen und die 100-Punkte-Marke fiel ein ums andere Mal. In der Rückrunde mußte man sich lediglich in Leverkusen geschlagen geben und auch hier hätte es bestimmt anders ausgesehen, wenn man nicht auf Henk Pieterse hätte verzichten müssen. Ohne Henk "the tank" hatte man niemanden, der Ex-Europameister Hansi Gnad stoppen konnte, doch es blieb die einzige Niederlage. Die Panther waren damit nicht nur die beste Mannschaft der Rückrunde, sondern auch das offensiv-stärkste Team der Liga.
Zur Meisterschaft reichte es am Ende aber leider nicht. Dortmund und Salzkotten erreichten mit zwei Zählern Vorsprung punktgleich die Plätze 1 und 2.

Nun sollte man meinen, daß dieser dritte Platz nach der Vizemeisterschaft im vergangenen Jahr eher ein Rückschritt war, doch das Gegenteil sollte der Fall sein. Dortmund und Salzkotten verzichteten beide auf das Recht, in die 2. Bundesliga aufzusteigen und somit war der Weg frei für Krefeld...